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 Europäische Reiseveranstalter fordern Stopp des Walfangs in Island (26.06.2008)
30 Reiseunternehmen aus Deutschland, der Schweiz, Österreich und Frankreich
sprechen sich zu Beginn der Tagung der Internationalen Walfangkommission
in Chile gegen den Walfang in Island aus. Sie folgen damit einem Aufruf der
Walschutzorganisationen OceanCare und WDCS.
München/ Wädenswil: Trotz des international geltenden Walfangverbots
gab Islands Fischereiminister Einar K. Gudfinnsson am 19. Mai 2008 vierzig
Zwergwale zum Abschuss frei. Das erste Tier wurde tags darauf vor Flaxafloa
getötet. Brisanterweise ist der Hafen von Flaxafloa auch ein Ausgangspunkt
für isländische Walbeobachtungstouren. Bereits in der Vergangenheit
wurden mitten in wichtigen Walbeobachtungsgebieten Wale getötet. Neugierige
Zwergwale, so ein Vertreter des isländischen „Marine Research Institute“,
sind das vorrangige Ziel der Walfänger. Da sie keine Scheu vor Booten
haben, stehen sie sowohl im Visier der Jäger, wie auch im Fokus der
Walbeobachter.

© Miguel Iniguez
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Das der Walfang sich negativ auf den Tourismus auswirken kann, liegt auf
der Hand. Zum Auftakt der heute beginnenden Tagung der Internationalen Walfangkommission
(IWC) appellieren 30 europäische Reiseveranstalter an die isländische
Regierung, den Walfang zugunsten einer nachhaltigen und respektvollen Nutzung
lebender Wale aufzugeben. Sie alle haben ein vitales Interesse an einer gesunden
isländischen Tourismusindustrie und unterstützen mit ihrer Forderung
den Verband isländischer Reiseveranstalter, der vor der Gefährdung
einer wichtigen Einnahmequelle für die Insel warnt.
Insgesamt nahmen in 2007 rund 104 300 Personen an Walbeobachtungstouren teil.
Mit ihrem Aufenthalt auf der Insel generierten sie der isländischen
Wirtschaft Einnahmen in Millionenhöhe. Gemäß Berechnungen
von OceanCare und WDCS bringen gerade einmal neun Touristen, die an einer
Walbeobachtungstour teilnehmen, der Insel dieselben Einnahmen, wie ein getöteter
Zwergwal. Durch den Walfang werden isländische Walbeobachtungsunternehmen
aber geschwächt. Bereits 2003, als Island nach längerem Unterbruch
wieder mit dem Töten von Walen begann, traten viele Touristen aus Europa
und den USA von ihren Reiseplänen zurück. Nicolas Entrup, Geschäftsführer
der WDCS Deutschland bringt es auf den Punkt: „Die isländische Regierung
muss sich entscheiden: Das Abschlachten von Walen und die Faszination, lebende
Wale zu beobachten stehen in klarem Widerspruch“.
Dass Island den Walfang trotz Gefährdung seines Rufs als beliebte Reisedestination
und trotz des defizitären Geschäfts mit dem Walfleisch fortsetzt,
ist nur schwer nachzuvollziehen. Erst im vergangenen August hatte die Regierung
in Reykjavik angekündigt, der kommerzielle Walfang werde eingestellt,
da der Markt für Walprodukte fehle. Dies nicht zuletzt, weil immer bekannter
wird, dass das Fleisch stark mit Schadstoffen belastet ist (siehe dazu den
Bericht "A shared Fate" ).
Als Reaktion auf die schwache Binnennachfrage exportierte
die isländischen Walfangindustrie Anfang Juni 60 Tonnen Walfleisch nach
Japan. Mit dieser Ausfuhr verstößt Island gegen internationales
Recht, da gemäss Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES) der Handel
mit Walprodukten weltweit untersagt ist.
Will Island das Whale Watching durch seinen defizitären Walfang wirklich
zu Grabe tragen? OceanCare und WDCS unterbreiten die von 30 europäischen
Reiseveranstaltern unterzeichnete Erklärung heute der isländischen
Regierung, isländischen Tourismus-Organisationen sowie den isländischen
Botschaften in Deutschland, Frankreich, Österreich.
Weitere Informationen:
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 |  Fotografiert von : Andreas Plützer | |





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